Der lateinische Enzyklopädist Marcus Terentius Varro meinte, man

unterscheidet 289 Glückskonzepte. Wie lautet Ihr persönliches?

Wenn Sie es selbst gerade nicht wissen, hier ein paar Anregungen:

   

Gerti Senger, Walter Hoffmann, Schräglage. Die Sehnsucht nach Zufriedenheit. Goldegg, 2011, 319 S., Eur 22,00

Wir leben in einer Welt der Widersprüche: Grenzenloser Gier steht unermessliche Armut, der Sehnsucht nach Familie stehen hohe Scheidungs- und sinkende Geburtenzahlen gegenüber. Das Liebesleben und die Sexualität des Einzelnen werden durch nichts mehr eingeschränkt und dennoch leiden unzählige Menschen an sexuellen Problemen und an Bindungsschwierigkeiten.
Trotz immer vielfältigeren Genussmöglichkeiten und einem immer größeren Freizeitangebot nimmt die Unfähigkeit zu genießen zu. Noch nie war die Gesundheitsversorgung so groß und dennoch greifen Burn-out, Depressionen und Angsterkrankungen um sich. Information und Wissen explodieren, aber der Einzelne kann immer weniger damit anfangen. Auf der Jagd nach dem Glück geraten Frauen und Männer aller Altersgruppen in eine Schräglage zwischen Über-maß und Defizit. Aber es zeichnet sich eine Trendwende ab: In uns erwacht tiefe Sehnsucht nach alten Werten: Partnerschaft und Familie, Nähe, Sicherheit, Stabilität und Orientierung. Wir besinnen uns wieder auf unsere seelischen Grundbedürfnisse und darauf, was wirklich zufrieden macht.

"Anhand zahlreicher Beispiele bei denen sich die LeserInnen sicher wiederfinden, zeigen die Autoren auf, wo in unserem Alltag überall Schräglage herrscht und machen Mut zu mehr Gelassenheit und Ent-schleunigung, weil die Befriedigung materieller Bedürfnisse noch lange nicht glücklich macht. Sie rufen auf, im Kleinen, also dem persönlichen Umfeld, anzufangen für Werte und gesellschafts-politische Anliegen einzutreten. Von der Politik wünschen Sie sich dass nach einer großangelegten Reform des Bildungssystems neben der Wissensvermittlung auch die Persönlichkeitsbildung verankert werden soll. Damit nicht nur gebildete, sondern auch selbstreflektierte, reife, verantwortungsbewusste Menschen das Ruder in die Hand nehmen. ... Bis dahin müssen wir weiter selbst an uns arbeiten ;)) - dieses Buch unterstützt dabei."

Petra  Pinzler - Immer mehr ist nicht genug!

Petra Pinzler, Immer mehr ist nicht genug! Vom Wachstumswahn zum Bruttosozialglück. Pantheon Verlag, 2011, 312 S., Eur 15,50

Der wichtigste Indikator für das Wohlergehen einer Gesellschaft war bislang das Wirtschafts-wachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Doch inzwischen weiß man: Mehr Wachstum macht die Menschen eines Landes nicht automatisch glücklicher. Mindestens so wichtig wie das wirtschaftliche Wohlergehen sind für das Lebensglück Faktoren wie Bildung, Gerechtigkeit, Gesundheit, eine intakte Umwelt, Zeit für sich und die Familie.

Petra Pinzler zeigt, dass es höchste Zeit ist umzudenken. Statt immer größerem Wachstum und immer mehr Konsum hinter-herzujagen, sollte die Politik und jeder Einzelne von uns alles daran setzen, das Bruttosozialglück zu steigern. Petra Pinzler zeigt, warum Wachstum als Leit-gedanke der Politik keine Zukunft hat. Sie stellt die Ergebnisse der modernen Glücksforschung sowie die Entwicklung neuer Wohlstandsindikatoren vor und hat sich weltweit auf die Suche nach Politikern gemacht, die jetzt schon neue Wege beschreiten – sei es in Tasmanien oder in Bremen. Dabei steht fest: Um das Bruttosozialglück zu steigern, müssen nicht nur wir, sondern auch die Politik sich ändern, muss sie sich vom Wachstumswahn abwenden und stattdessen Bildung, Sicherheit und eine gerechte Verteilung des Wohlstands stärken. Zumal sich nur so der Globus retten lässt.

"Ein wichtiger Beitrag einer weisen Journalistin!"

Werner  Schwanfelder - Der glückliche Manager

Werner Schwanfelder, Der glückliche Manager. Warum Glück Ihren Erfolg potenziert. Ariston, 2011, 319 S., Eur 17,50

Macht Erfolg glücklich – oder Glück erfolgreich? Dieser spannenden Frage geht der etablierte Business-Autor Werner Schwanfelder, selbst jahrelang erfolgreicher Manager, nach und zeigt, dass Arbeit und Glück sehr wohl vereinbar sind. Sein überzeugendes Fazit: Der glückliche Manager ist der bessere Manager!

Nicht der volle Terminkalender, das immer klingelnde Smartphone oder ständige Geschäftsreisen sind der Schlüssel zum Erfolg, sondern das eigene Glücksempfinden. Denn nur, wer eine gesunde Glücksbasis für sich findet, dabei positive Kräfte wie Familie, Selbstbestimmung oder innere Balance fördert und Glücksstörer wie unrealistische Erwartungshaltungen oder Zeitmangel ausbremst, kann seine Ressourcen voll ausschöpfen und sich mit Optimismus und Elan an große Aufgaben wagen – und Erfolge genießen!

"Weniger um Management als um Grundfragen, wie "was ist Glück?", "gibt es ein Glückskonzept?", "was sind Glücksverstärker", "welche Glückschancen gibt es" dreht sich dieses Buch; natürlich auch um die Fragen "Sind wir mit unserer Arbeit glücklich?", "Welche Glücksvoraussetzungen braucht es am Arbeitsplatz?" und "welche Glücksverstärker gibt es?" Ein gutes Buch zur Glücklichsein-Sensibilisierung!"

Sepp Porta, Michael Hlatky, Glück machen! Ein Bausatz. Verlagshaus der Ärzte, 2011,

152 S., Eur 17,90

Die aktuelle Ich-Bezogenheit des Denkens in Wirtschaft, Wissenschaft und im privaten Leben macht Fortschritt unmöglich. Hier ist eine dringende Kehrtwende notwendig, damit Selbstverwirklichung nicht mit Egoismus verwechselt wird. Anhand vieler Beispiele wird deutlich, dass nur nicht zentristische Standpunkte eine Glückentwicklung ermöglichen und wesentliche Voraussetzung für ein erfülltes Leben sind. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Die Autoren zeigen Wege und bieten Anregungen für jeden. Denn im Grunde ist es gar nicht so schwierig, sein Glück zu definieren und zu finden.

"Ganz passable Gedanken, leider verpackt in sinnlos mühsame Satzkonstrukte, die das Lesen sehr erschweren, entweder mit sehr viel medizinischem Fachchinesisch, das auch bei mehrfachem Lesen dem Laien nichts sagt (zB S. 65, 2. Absatz???) oder sehr laissez-faire im Ausdruck wie "die armen, dreckhinterlassenden Türken oder Serben oder Albaner oder Tschetschenen"... Schade, bei einem so vielversprechenden Cover und Titel!"

   
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